Gauß

Wer war der Mathematiker, Physiker und Astronom Johann Carl Friedrich Gauß?

Seine Biografie im Überblick

Johann Carl Friedrich Gauß wurde 1777 in Braunschweig geboren. Bereits in seiner frühen Schulzeit entpuppte er sich als mathematisches Genie. Er entwickelte als Grundschüler eine Formel mit fünfzig Zahlenpaaren, die später häufig der „der kleine Gauß“ genannt wurde. Hiermit war es ihm möglich, alle Zahlen von eins bis hundert innerhalb kürzester Zeit zu addieren.

Im Laufe seiner akademischen Ausbildung an der Universität in Göttingen erwarb er umfassende Kenntnisse in der Mathematik und besuchte Vorlesungen in folgenden Fachbereichen:

  • Algebra
  • Analysis
  • Statistik
  • Zahlentheorie

Daneben interessierte sich Johann Carl Friedrich Gauß für viele weitere wissenschaftliche Gebiete – so unter anderem für die Astronomie und die Physik.

Im Jahr 1799 promovierte Gauß im Fach Mathematik. Seine Dissertation verfasste er an der Universität von Helmstedt über die komplexen Zahlen. Von seinen Zeitgenossen wurde er als echtes Ausnahmetalent gehandelt. Im Alter von nur dreißig Jahren war er als Naturwissenschaftler überaus angesehen und erhielt das Angebot, den Lehrstuhl für Astronomie an der Universität in Göttingen zu übernehmen.

1855 starb Carl Friedrich Gauß im Alter von 77 Jahren in Göttingen. Der König von Hannover nannte ihn nach seinem Tod den „Fürsten der Mathematiker“. Nach Johann Carl Friedrich Gauß wurden zahlreiche physikalische und mathematische Lösungen genau wie zahlreiche Berechnungsmethoden benannt, mit denen bis heute jeder Mensch innerhalb seiner schulischen Laufbahn irgendwann einmal in Berührung kommt.

Welche Erfindungen und andere Entdeckungen hat Carl-Friedrich Gauß gemacht?

Sein erstes wichtiges Werk – den „Disquisitiones arithmeticae“ – veröffentlichte Carl Friedrich Gauß im Alter von 24 Jahren. Darin befasst er sich mit:

  • der Zerlegung von Zahlen in Primfaktoren.
  • der Teilbarkeit mit Kongruenzen.
  • dem bereits von Euler vermuteten quadratischen Reziprozitätsgesetz.

Hiermit legte er den Grundstein für die moderne Zahlentheorie.

In der Statistik beispielsweise ist der Mathematiker für seine Gauß’sche Glockenkurve bekannt. Sie bezeichnet die Normalverteilung, welche bei der Aufzeichnung von multiplen Messwerten durch Messtoleranzen entsteht. Außerdem trug Gauß zur Entwicklung des Magnetometers bei. Nicht zuletzt erfand er den ersten elektromagnetischen Telegraphen.

Zu Carl Friedrich Gauß´ bedeutendsten Hauptwerken zählt die „Theoria motus corporum coelestium in sectionibus conicis solem ambientium“ im Bereich der Astronomie. Darin befasst er sich mit wissenschaftlichen Methoden, um die elliptischen Bahnen der Planeten präzise zu berechnen. Im Zuge dessen entwickelte er das sogenannte Näherungsverfahren. Mit dessen Hilfe lassen sich aus verschiedenen Messungen verlässliche Mittelwerte errechnen. Ebenfalls zu verdanken ist Gauß die Begründung der Geodäsie als mathematische Disziplin.

Gauß und der Magnetismus: Was lässt sich mit der Gauß-Einheit messen?

Im Jahr 1807 entschloss sich Gauß dazu, die Leitung der Sternwarte in Göttingen zu übernehmen, welche zu dieser Zeit geplant wurde. Diese nutzte der bis zu seinem Tod als Arbeits- und Wohnstätte. Währenddessen arbeitete der eng mit dem Physiker Wilhelm Eduard Weber zusammen. Gemeinsam entwickelten die beiden Wissenschaftler Methoden zur Messung von Magnetismus. Dabei gelang ihm die Definition des Gauß’schen Maßsystems, welches auf den folgenden physikalischen Einheiten beruht:

  • Zeit
  • Länge
  • Masse

Aus diesem Grund wurde später auch die Einheit Gauß für die magnetische Flussdichte nach dem Mathematiker benannt.