Tampondruck: Geschichte und Funktionsweise

Bedruckte Werbe,- oder Kühlschrankmagnete; wer kennt die nicht? Das übliche Druckverfahren ist der Tampondruck, das preisgünstig ab einer gewissen Menge.
Hier können Sie eine Infos zu diesem Druckverfahren nachlesen:

Geschichte

Wer genau den Tampondruck erfunden hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Die Wurzeln liegen in der Uhren- und Keramikindustrie. Direkter Vorläufer ist das Declacierverfahren, welches in der Schweizer Uhrenindustrie bereits im 18. Jahrhundert eingesetzt wurde. Hier wurden mit Hilfe eines Gelantinetampons ganze Bibeltexte und Landkarten auf die Uhrenziffernblätter übertragen – der Beginn des Grundprinzips des Tampondrucks.
Der Industrialisierung begann erst in den 1960er Jahren, als Herr W. Philipp die erste Transfertamponmaschine mit elektronischem Antrieb baute. Die anfangs verwendete Gelatine-Masse wurde durch widerstandsfähigeren Silikonkautschuk ersetzt. Somit war der Tampondruck, wie er heute Verwendung findet, geboren.
Mittels Tampondruck können sämtliche Dekore und Bezeichnungen auch auf die unebenen Flächen im direkten Druck angebracht werden. Gerade deswegen hat diese Technik in den letzten 30 Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. Mittlerweile sind nahezu für jedes Material passende Farben vorhanden, so dass der Einsatz des Tampondrucks eigentlich nur durch die Druckbildgröße begrenzt ist.

Funktionsweise

In einer ebenen Platte (Klischee) wird eine Vertiefung eingeätzt, ausgewaschen oder gelasert. Ein Rakel flutet dieses Klischee mit dem vertieften Bildstellen mit Farbe. Die überschüssige Farbe wird mit dem Rakel abgezogen und der Farbfilm bleibt in den vertieften Stellen. Der Silikontampon holt die klebrige Farbe aus der Vertiefung und überträgt diese auf das zu bedruckende Gut. Durch die Flexibilität und Elastizität der Silikonmasse des Drucktampons kann sich der Tampon bei der Farbabgabe der Oberfläche des Druckguts anpassen. Somit ist es das beste Verfahren gebogene und unebene Flächen zu bedrucken.  Ein weiterer Vorteil ist die realisierbare Konturschärfe, die in fast keinem anderen Druckverfahren erreicht werden kann.
Vor allem die Wahl des Tampons (Unterschiede in Form, Göße, Oberflächenbeschaffenheit und die Härte) und die Druckkraft der Maschine sind die wesentlichen Faktoren für ein sauberes Druckbild.
Je nach Material des Druckguts stehen verschiedene Vor- und Nachbehandlungsverfahren zur Verfügung (z. B. Corona-Aktivierung, Beflammung), um eine möglichst langlebige Druckqualität gewährleisten zu können.
Auf Grund des vertieften Druckmotivs wird der Tampondruck als Tiefdruckverfahren eingestuft. Durch die Übertragung der Farbe mittels eines Drucktampons handelt es sich um ein indirektes Druckverfahren.

Comments (1)

Endlich mal ein toller Beitrag, der den Tampondruck so richtig erklärt. Interessant, welcher Technik und welch ein Aufwand dahintersteckt. Guter Beitrag!

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